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Die Vorstellungen von der guten Erfüllung öffentlicher Aufgaben haben sich seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts paradigmatisch verändert. Grundsätzliche Staatskritik und der Trend, möglichst wenige Aufgaben dem Staat in seinen bürokratischen Ausprägungen zuzuordnen standen am Anfang. Die Wiederentdeckung zentraler Verantwortung und guter Verwaltung sind die neuesten Botschaften. Ein international reichhaltiger Reformdiskurs und eine ebenso unterschiedliche Reformpraxis liegen dazwischen. Die Dimensionen dieses Veränderungsprozesses werden allgemein mit dem Begriff der „Modernisierung“ vermittelt und als ganzheitliche und dauerhaft Anstrengung konzipiert.

Verschiedenste Fachwissenschaften haben sich zunehmend auf die Analyse dieses Prozesses spezialisiert und durch interne Differenzierung und konkurrierende Beratungspraxis auch gegeneinander abgeschottet. Was als Zwischenergebnis des Reformprozesses im Sinne eines Designs des modernen Staates festgehalten werden kann, ist deshalb keineswegs Konsens. Durch mangelnde Kommunikation zwischen den Wissenschaften bleibt auch für die ratsuchende Praxis unklar, welche Anstrengungen der Vergangenheit eine nachhaltige Wirkung haben. Die Vielfalt von instrumentellen Innovationen juristischer, betriebs- und finanzwissenschaftlicher Art, welche für die praktische Umsetzung der Modernisierung von Staat und Verwaltung essentiell sind, ist kaum noch zu überschauen.

Diese offen gebliebenen Fragen sollen in der Zeitschrift durch einen interdisziplinären Diskurs beantwortet werden. Diesem Ziel dient auch eine Verbreitung internationaler Erkenntnisse und Ergebnisse im deutschen Sprachraum im Lichte der jeweiligen nationalstaatlichen Tradition und ihrer Veränderungen. Der Modernisierungsprozess wurde zwar als übernational verallgemeinerbar und kontinuierlich gedacht, in allen Ländern aber mehrfach unterbrochen und neu konzipiert. Häufig propagierte Lernprozesse durch Vergleiche sind deshalb mit großen Unschärfen behaftet.

Die Zeitschrift strebt an, einen reflektierten Beitrag zum Wissenstransfer zu leisten. Die Themen reichen dabei vom Wandel der nationalstaatlichen Steuerungsfähigkeit in verschiedenen Politikfeldern im Kontext der Aufweichung von Grenzen bis hin zu Fragen der Effizienz, Effektivität und Qualität der öffentlichen Leistungen. Im Zentrum stehen neue Arrangements der Definition und Umsetzung öffentlicher Programme und Funktionen auf mehreren Ebenen des institutionellen St
aatsaufbaus und Formen der Koordination differenzierter Organisationen und Akteure im öffentlichen Leistungsprozess.